Fieldtrip Bio-Alpe-Adria 2014 (only in German)


Am Montag, den 02.06.2014 fiel der Startschuss für die fünftägige interdisziplinäre Exkursion zur Ökologischen Landwirtschaft in die Alpe-Adria Region. Die Exkursion führt Studierende unterschiedlicher Bachelor- und Masterstudiengänge der Universität für Bodenkultur und den Lehrveranstaltungsleiter Friedrich Leitgeb (Arbeitsgruppe Wissenssysteme und Innovationen, Institut für Ökologischen Landbau) in die Steiermark, nach Slowenien, Italien (Friaul) und Kärnten. Auf diesem Weg werden wir zahlreiche ProduzentInnen von ökologischen Lebensmitteln besuchen. Dies ist besonders wichtig für die Studierenden, um einen Einblick in die Praxis abseits von Lehrbuchwissen zu bekommen. Weitere Info auf BOKUonline.

 

Auf dieser Seite können Sie die Exkursion mitverfolgen: die Studierenden berichten täglich über ihre Erlebnisse im Weblog.

WEBLOG BIO-ALPE-ADRIA 2014

Freitag, 6. Juni 2014

 

Der letzte Tag der Reise ist angebrochen. Nach einer kurzen Nacht in Villach brechen wir auf nach Moosburg wo wir den Biohof LAUTEMANN besuchen – „dort wo Milch und Honig fließen“. Ein Direktvermarktungsbetrieb mit den Betriebszweigen Imkerei und Milchkuhhaltung. Die Imkerei hat in der Familie Lautemann bereits seit vielen Jahrzehnten Tradition und wird heute mit rund 80 Bienenvölkern betrieben. Die Bienen werden fachkundig von Anita Lautemann versorgt und auch den Kühen geht es besonders gut. Sie können das ganze Jahr in einem Freiluftstall den Ausblick auf die Kärntner Karawanken genießen.

Das Mittagessen konnten wir beim Buschenschank JÄGER in Moosburg genießen. Eine ausgezeichnete Bio-Brettljause sowie verschiedene Säfte stärkten uns vor der Hofführung wo wir hinter die Kulissen der Schweine- und Rindfleischproduktion blicken konnten. Wir hatten auch das Glück beim Zerlegen eines Rindes im hauseigenen Schlachtraum dabei zu sein.

Unser letztes Ausflugsziel der Reise führte uns nach St. Veit an der Glan. Beim ZEDLEGGERHOF konnten wir den Lebensraum von Biofischen begutachten. Die in der Landschaft perfekt eingebetteten und idyllisch gelegenen Fischteiche und das frische Quellwasser sind perfekt für die Aufzucht von verschieden Fischarten. Zum Abschluss konnten wir geräucherten Biofisch, Apfelsaft und Apfelwein verkosten.

Nun sind wir wieder auf den Weg Richtung Wien und werden sicher noch lange an diese Exkursion denken. Die verschiedenen Eindrücke, das abwechslungsreiche Programm  und die unterschiedlichsten Betriebsformen der biologischen Landwirtschaft waren für viele sicher ein unvergessliches Erlebnis.

Wir bedanken uns bei Fridrich Leitgeb für die Organisation und Durchführung der Bio Alpe Adria Exkursion 2014.

Donnerstag, 5. Juni 2014

 

Nach einem spärlichen Frühstück brachen wir von Koper Richtung Italien auf. Die Reise führte uns in die Nähe von Udine in das Ökodorf „LA NOUVA TERRA“. Unter der Leitung von Enzo Nastati, dem Präsidenten des Instituto Internazionale die Ricerca per un’Alta Qualitá della Vita, wird die Vision eines von der anthroposophischen Philosophie inspirierten gemeinschaftlichen Wohnprojektes in die Tat umgesetzt. Der Obst- und Gemüseanbau wird nach bio-dynamischen Prinzipien geführt in die auch viele eigene entwickelte  Ansätze einfließen. Dieser Zugang endet nicht am Feld sondern geht ebenso in die Bauweise der Wohnhäuser sowie der gesamten Anlage über.

Danach ging die Reise weiter in das abgelegene Val Aupa, in ein kleines verträumtes Bergbauerndorf in der Region Moggio Udinese names Dordolla. Bevor wir die weit verstreuten Weiden und Wiesen von KASPAR NICKLES besichtigen konnten bekamen wir ein ausgezeichnetes Mittagessen im einzigen Gasthof in diesem Dorf serviert. Neben Mais-, Bohnen und Kartoffelanbau belebt Kaspar mit einer Steinschafherde, die seit einigen Jahren nicht mehr vorhandene Viehzucht, wieder. 15 Mutterschafe und 2 Esel, die für touristische Aktivitäten verwendet werden, bereichern das kleine Dorf sehr. Ebenso sein neues Projekt, Urlaub am Bauernhof bringt wieder neues Leben in die atemberaubende Atmosphäre von Dordolla.

Eine kurze Fahrt durch das Kanal Tal bringt uns wieder nach Österreich, wo wir die Nacht in Villach verbringen werden.

Mittwoch, 4. Juni 2014

 

Nach einer kurzen Nacht brachte uns der Bus Richtung Koper – endlich ein kurz erhaschter Blick auf das Meer. Der erste Tagespunkt führte uns zu BORIS FRAS, einem engagierten Biobauern, der nicht nur im Landbau sondern auch im bio-politischen Bereich sein Herzblut einsetzt. Mit der Führung durch seine Olivenbaum- und Weinplantage und einer anschließenden Verkostung seiner Produkte konnten wir uns selbst davon überzeugen.

Da uns nun auch schon der Magen knurrte wurden wir nach einer kurzen Sightseeing Tour rund um Koper von DANE, einem jungen Biobauern aus Marezige, abgeholt. Er brachte uns zu einem einzigartigen Essen, das von seiner Bekannten, einer Bio-Pionierin, zubereitet wurde und einfach phantastisch schmeckte. Anschließend konnten wir die zahlreichen Getreide und Gemüsefelder von Dane bestaunen, der seine Felder vorwiegend ohne technische Maschinen bestellt. Seine – in wirklicher Handarbeit - erzeugten Produkte vermarktet er über eine kleine CSA in der Umgebung.

Das Finale des Tages wurde von Janez Forte vorbereitet, der uns seine FARM FORTE, eine ca. 1,5 ha große Olivenöl Plantage, besichtigen ließ. Diese Plantage wird als Nebenerwerbsbetrieb geführt und erreichte heuer bei der Prämierung des besten Olivenöles der Welt die Goldmedaille. Natürlich konnten wir auch dort die Qualitätsprodukte verkosten und werden sicher noch heute Nacht davon träumen.

Ein eindrucksvoller Tag, mit einer Fahrt durch Regionen mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen endet nun in Koper, der Hafenstadt von Slowenien.

Dienstag, 3. Juni 2014

 

Nach einer ruhigen Nacht und einem stärkenden Frühstück wurde unsere Reise Richtung Süden fortgesetzt. Am Biohof ADAM in Großklein konnten wir das umfassende Produktangebot der Familie bestaunen und verkosten. Neben Wein, Säften und Schnäpsen werden auch Kräuter, Getreide und Rindfleisch im hauseigenen Hofladen vermarktet. Ein kleiner Rundgang auf den steilen Hängen des Betriebes führte uns auch auf den Aussichtsturm wo wir einen atemberaubenden Rundblick über die Schilcherlandregion hatten.

Eine kurvenreiche Straße führte uns zurück auf die Autobahnen Österreichs. Ein kurzer Einkehrschwung beim Frischehof in Leibnitz mit einem biologischen Mittagessen war der letzte Halt vor der Grenze zu Slowenien. Kaum wurde diese überschritten kamen wir unserem nächsten Ziel, der biologisch-dynamischen Landwirtschaft von MATJAŽ TURINEK näher. Dort konnten wir einen Einblick in die Arbeit des jungen Familienvaters bekommen, der seit drei Jahren ein Modell von Community Supported Agriculture (CSA) in Raum Maribor betreibt (slowenisch: Partnersko kmetovanje). Die ganzjährig laufende CSA wird von seinen Kunden mit großem Interesse angenommen, da die Kisten von Matjaž stets mit frischen Gemüse, Obst, selbst angebauten Getreide, Marmeladen, Brot und Säften gefüllt sind.

Die Weiterfahrt nach Ljubljana brachte eine kurze Erholung mit sich, bevor wir die Burg besichtigten und anschließend in das Nachtleben der Stadt eintauchen konnten.

Montag, 2. Juni 2014

 

Unser erstes Ziel führte uns zu LABONCA, ein Freilandschweinebetrieb in Burgau in der Südsteiermark. Nach einer Besichtigung der 4 ha großen Muttersauenweide konnten wir die herzhaften Produkte des Koches verkosten. In diesem Betrieb kann man die Ausstrahlung und Motivation der MitarbeiterInnen in jedem Winkel spüren.

Nach dem Mittagessen durften wir in die kuriose Welt der Schokoladenfabrik ZOTTER eintauchen. Die audio-visuelle Führung wurde durch die unzählbaren Verkostungsmöglichkeiten versüßt. Laut einer Umfrage fanden die meisten die Schoko Ecuador 65 % am besten. Der Verdauungsspaziergang durch den essbaren Tiergarten um das Betriebsgelände war für viele ein Genuss. Mutige konnten sogar die ersten Früchte (Erdbeeren, Stachelbeeren, schwarze Ribiseln,…) im Tiergarten kosten.  

Das neueste Projekt des Wieserhoisl, die Lebensmittelkooperative Deutschlandsberg - LKDL konnten wir vor Ort in der Erlebnisgärtnerei Steffan bestaunen. Die hofeigenen Obst und Gemüsesorten sowie über 500 weitere Produkte aus der Region werden für die Mitglieder der Food Coop bereitgestellt. Mit der Hofführung, Abendessen und Lagerfeuer am Hofkollektiv Wieserhoisl endet der aufregende Tag.