Forschung


Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2017-10-01 - 2019-09-30

Agrarbiodiversität und das damit verknüpfte Erfahrungswissen sind nicht nur für die Ernährungssicherheit und die wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch für die Erhaltung der Ökosystemleistungen unerlässlich. Agrarbiodiversität ist seit Jahrtausenden u.a. von Bäuerinnen und Bauern, GärtnerInnen, aber auch SammlerInnen oder JägerInnnen geprägt und ist nach wie vor ein Schlüsselelement u.a. in der Subsistenzstrategie von KleinbäuerInnen weltweit. Agrarbiodiversität und damit verknüpftes Erfahrungswissen sind aufgrund einer Vielzahl an Faktoren (u.a. Industrialisierung der Landwirtschaft) gefährdet, u.a. auch wegen der unzureichenden Berücksichtigung dieser Faktoren sowie von potentiellen Fördermaßnahmen in politischen sowie gesetzlichen Rahmenwerken. Die Rolle der Agrarbiodiversität in den MaB-Schutzgebieten ist von vielen Managementplänen für diese Schutzgebiete wenig berücksichtigt. Die Studie zielt darauf ab, die Rolle der Agrarbiodiversität, Möglichkeiten ihrer Erhaltung und mit der Agrarbiodiversität verknüpftes Erfahrungswissen von Kleinbauern und -bäuerinnen im Biosphärenpark Oxapampa Ashaninka Yanesha in Peru besser zu verstehen und aufzuwerten. Unser Entwicklungsziel ist es, einen Beitrag zur Erhaltung der Agrobiodiversität zu leisten, sodass die Lebensbedingungen der ländlichen Gemeinden verbessert und Ökosystem Funktionen im Biosphärenpark Oxapampa Asheninka Yanesha erhalten werden können. Die Studie basiert auf der Metaanalyse der verfügbaren Daten, die in der Forschungsregion noch kaum bekannt bzw. genutzt werden, sowie auf einer lokalen partizipativen Bewertung dieser Daten im Rahmen von Stakeholder-Workshops und Fokus-Gruppen. Die Projektergebnisse könnten Strategien und Optionen bereitstellen, um in Schutzgebieten sowohl in Peru als auch in anderen Regionen Agrarbiodiversität und damit verknüpftes Erfahrungswissen besser zu berücksichtigen. Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zur langfristigen Nachhaltigkeit geschützter (Agrar)Ökosysteme zu leisten. Das Bewusstsein für den Wert von Agrarbiodivesität, inkl. lokaler Sorten und Kulturarten, wild gesammelter Arten oder der Kulturlandschaft, des hiermit zusammenhängenden Erfahrungswissens, aber auch der hierüber global verfügbare wissenschaftlichen Erkenntnisse, soll in der Forschungsregion und im Management von Biosphärenparks besser genutzt werden.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2017-07-01 - 2019-06-30

Bäuerliche Hausgärten stellen mit ihrer Vielfalt an genutzten Pflanzenarten sowie dem damit verknüpften Erfahrungswissen der BewirtschafterInnen einen integralen Bestandteil der Kulturlandschaft des Bezirkes Lienz (Osttirol) dar. WissenschaftlerInnen und SchülerInnen des BG/BRG Lienz (mit ProfessorInnen für Biologie, Mathematik/Physik & Englisch) untersuchen in bäuerlichen Hausgärten u.a. das Pflanzenarteninventar und die Nutzung der Pflanzen. Diese Ergebnisse werden mit vor 20 Jahren durchgeführten Erhebungen in denselben Gärten verglichen und helfen Veränderungen der Gärten & ihrer Bewirtschaftung zu identifizieren. Um ein besseres Verständnis über die lokale Wahrnehmung der Bedeutung von Gärten zu erlangen, werden überdies die Wahrnehmung der BewirtschafterInnen & ihrer NachbarInnen über Ökosystemdienstleistungen der Gärten erfasst. Im Zuge des Projektes werden auch die Bewirtschaftungstechniken, die etwa zur Anpassung an Witterungsextreme oder zur Sicherstellung einer nachhaltigen Bewirtschaftung dienen, erforscht. Im Rahmen eines ergänzenden Citizen Science Modul wird die lokale Bevölkerung eingebunden, um zusätzlich Daten zu Ökosystemdienstleistungen in ihren Gärten zu erheben. SchülerInnen sind in den gesamten Forschungsablauf – mit Rücksicht auf Ihre Neigungen und Ressourcen – integriert. In Workshops werden sie auf ihre Mitarbeit vorbereitet und der Forschungsablauf, die Analysen und die Kommunikation der Ergebnisse mit ihnen reflektiert. Vertiefende vorwissenschaftliche Arbeiten erlauben besonders interessierten SchülerInnen beispielsweise das Monitoring von Vögeln, Insekten oder Bodenparametern in bäuerlichen Hausgärten. Ergänzend dazu bietet das Projekt im Rahmen der MINT-Fördermaßnahmen eine gendersensible Begleitung zur verstärkten Einbeziehung von Mädchen in den Forschungsprozess. Eine fachlich hochstehende quantitative Analyse der Ergebnisse wird durch die Einbindung des Projektes in das Fach Mathematik, eine fachlich korrekte Ausdrucksweise in englischer Sprache über die Einbindung in das Fach Englisch angestrebt. Die Kommunikation über den Forschungsprozess und seine Ergebnisse werden durch die Handykameras der SchülerInnen unterstützt: SchülerInnen lernen durch ExpertInnen den fachgerechten Umgang mit Video und Foto zu Dokumentationszwecken, ergänzt durch Inputs über kreative Schreibtechniken. Web-Seiten, Science Blogs und Science Slams werden über das Projekt informieren.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2017-03-01 - 2017-08-31

Vor der Erfindung der synthetischen Farbstoffe wurden alle Farben auf Basis natürlicher Materialien hergestellt. Eine Möglichkeit lange haltbare, lichtechte Blautöne auf Textilien zu erzielen war die Färbung mit Indigo. In Europa war lange Zeit der Färberwaid (Isatis tinctoria L.) die einzige Indigoquelle. Ab dem 16. Jahrhundert wurde der Waid fast zur Gänze vom importierten tropischen Indigo verdrängt, Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert dann wiederum dieser vom synthetischen Indigo. Ziel des Projekts ist eine Abschätzung der Möglichkeiten wieder Naturindigo zu produzieren: im biologischen Landbau und regional, d.h. in Wien und Umgebung („Wiener Blau“). Die für unser Klima geeigneten Arten sind Färberwaid und Färberknöterich (Polygonum tinctorium Ait.). Als erster Schritt soll herausgefunden werden, welche Qualität im Vergleich zu handelsüblichem Naturindigo erzielt werden kann und welcher Optimierungsbedarf besteht. Als Qualitätskriterium wird der Gehalt an Indigotin im Indigoextrakt genommen. Da Indigo nur aus dem frischen Pflanzenmaterial extrahiert werden kann, ist es notwendig die Pflanzen selbst anzubauen. Es werden verschiedene in der Literatur beschriebene Extraktionsmethoden getestet. Die Bestimmung des Indigotingehaltes der eigenen Extraktproben im Vergleich zu Handelsproben erfolgt photometrisch.

Betreute Hochschulschriften