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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-09-01 - 2023-08-31

EdiCitNet entwickelt “edible city solutions” für soziale Inklusion und fördert ihre Verbreitung in 13 Städten auf 4 Kontinenten. Das 5 jähre H2020 Projekt bringt verschiedenste Stakeholder aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung zusammen um nachhaltige Stadtentwicklung zu ermöglichen. Innerhalb des EdiCitNet – Netzwerks werden neue „essbare Lösungen“ in living labs entwickelt und in Front Runner Cities getestet. Anschließend werden diese Lösungen in verschiedene, andere Städte übertragen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-01-07 - 2021-09-06

Partizipative Garantiesysteme (PGS): Fakten und Fiktion zum Konzept der Partizipation Der Begriff Partizipative Garantiesysteme (PGS) ist ein neues Konzept, das die Einhaltung der Anforderungen an die Qualität von Lebensmitteln aus biologischer Landwirtschaft für lokale Märkte sicherstellen soll, wobei auf die aktive Partizipation einer breiten Basis lokaler, über die gesamte Wertschöpfungskette beteiligter Akteure, Wert gelegt wird. BefürworterInnen von PGS nehmen an, dass diese Form der Garantiesicherung kostengünstiger, unbürokratischer oder geeigneter ist regionale Entwicklung zu fördern. PGS werden von ihren VertreterInnen als effektivere & effizientere Alternative zur aktuell gesetzlich verankerten Produktzertifizierung durch akkreditierte unabhängige Biokontrollstellen dargestellt. PGS sind ein junges Forschungsgebiet und viele Phänomene welche mit PGS in Zusammenhang stehen, oder ein zentraler Bestandteil von PGS sind, wurden bisher nicht untersucht. In diesem Projekt soll untersucht werden wie Partizipation im PGS von PGS-Mitgliedern wahrgenommen wird, warum diese partizipieren oder nicht partizipieren und welchen daraus resultierenden Nutzen bzw. welche Kosten Akteure wahrnehmen. Zudem soll Partizipation im PGS von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus beschrieben und analysiert sowie die Auswirkungen von Partizipation oder Nicht-Partizipation auf den behaupteten Nutzen von PGS (z.B. Förderung des Vertrauens in Produkte) untersucht werden. Die Einbettung von Partizipation im PGS in einen breiteren Kontext jener Aktivitäten welche nicht mit dem PGS in Zusammenhang stehen jedoch mit PGS-Aktivitäten um Zeitressourcen von PGS-Mitgliedern konkurrieren und in den jeweiligen politisch, institutionellen und strukturellen Kontext, soll es erlauben Faktoren zu identifizieren welche Partizipation im PGS erschweren oder fördern. Zu diesem Zweck werden qualitative Interviews, Befragungen, teilnehmende und nicht-teilnehmende Beobachtung und Fokusgruppen als Datenerhebungsmethoden in je zwei PGS-Initiativen in Argentinien, Uruguay, Paraguay, Chile, Bolivien und Ecuador eingesetzt. Die Ergebnisse des Projektes werden relevant sein, da PGS in der wissenschaftlichen Literatur bisher kaum Erwähnung finden. Obwohl Partizipation ein Schlüsselelement von PGS ist, wurde Partizipation bisher nicht auf breiterer Basis untersucht. Projektergebnisse sollen das Verständnis von Partizipation in PGS verbessern. Das Thema ist auch außerhalb des PGS-Kontexts von großer Relevanz, da das Konzept der Partizipation in einem breiten Spektrum sozialer Prozesse wichtig ist. Durch die Untersuchung von PGS sind daher zusätzliche Erkenntnisse im Bereich der ländlichen Entwicklung jenseits der Biozertifizierung zu erwarten.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-06-15 - 2021-12-14

Für Jahrtausende – bis zur Erfindung des synthetischen Indigos – war Naturindigo der wichtigste Farbstoff um Textilien blau zu färben. Indigo wurde vor allem wegen der lange haltbaren Qualität seiner Färbungen geschätzt. Das ausgeklügelte Wissen zur Indigogewinnung und zum Färben mit Indigo wurde überall auf der Welt unter Verwendung lokal vorhandener Pflanzenarten entwickelt. Die Pflanzenarten stammen aus mindestens acht verschiedenen Pflanzenfamilien. Da Asien die höchste Vielfalt an Arten zur Indigogewinnung aufweist, konzentrieren wir unsere Forschung auf ausgewählte Gebiete in China, Indien, Indonesien und Laos. Die vorhandene wissenschaftliche Literatur bietet eine solide Basis um zu verstehen welche Arten historisch verwendet wurden und wie die Verarbeitungsschritte prinzipiell abgelaufen sind. Eine detaillierte Dokumentation der heutigen Nutzung von pflanzlichen Indigoquellen gibt es jedoch nicht. Das betrifft vor allem diejenigen Arten, die in der Vergangenheit keine weltweite Bekanntheit erlangten, aber auf lokaler Ebene in Asien sehr weit verbreitet waren. Wir wissen jedoch von ethnobotanischen Bestandslisten und eigener Feldforschung, dass diese Pflanzen in entlegenen Gebieten immer noch verwendet werden. Wir untersuchen folgenden Forschungsfragen: (1) welche zur Indigogewinnung geeignete Pflanzenarten werden heute verwendet, von wem und in welcher Form?; (2) welche Anbau-, Sammlungs-, Verarbeitungs- und Färbemethoden werden angewendet? und (3) welche Ähnlichkeiten und Unterschiede der angewandten Verarbeitungs- und Färbemethoden können durch die Messung prozeßrelevanter Parameter dokumentiert werden? Der zweite Schwerpunkt unserer Forschung ist die Qualität von Naturindigo. Qualitätsaspekte werden in ethnobotanischen Publikationen über die heutige Verwendung von Naturindigo nicht behandelt. In der Geschichte war Qualität jedoch ein Schlüsselfaktor in der Indigoproduktion. Die Qualität von Naturindigo gewinnt heute wieder an Bedeutung und wird für die zukünftige Produktion essentiell sein. Unsere Forschungsfragen zur Qualität von Naturindigo sind: (1) wie ist Qualität definiert und wie wird sie entlang der gesamten Herstellungskette gemessen und kategorisiert?; (2) wodurch kann Qualität beeinflusst werden?; und (3) welche Qualitäten von Naturindigo werden produziert? Aufbauend auf den gesammelten Daten sollen Hypothesen zu qualitätsbeeinflussenden Faktoren in der gesamten Herstellungskette aufgestellt werden. Unsere Forschung verwendet ein interdisziplinäres Methodenset: (1) Analyse von historischen Forschungsdokumenten aus der Kolonialzeit; (2) ethnobotanische Feldforschung; (3) Messungen von prozeßrelevanten Faktoren; sowie (4) Analyse von 100 Naturindigoproben auf ihren Gehalt an Indigotin und anderen, möglicherweise qualitätsrelevanten Komponenten. Die Naturindigo-Datenbank ist ebenfalls Resultat des Projektes und wird eine Basis für weiterführende Forschung darstellen.

Betreute Hochschulschriften