Institutsleitbild


Institutsleitbild

Wie kaum in einem anderen Land der Welt, spielt der Ökolandbau in Österreich mit seinem hohen Betriebs- und Flächenanteil eine herausragende Rolle. Vor diesem Hintergrund sieht das Institut seinen Auftrag darin, einen maßgeblichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Ökologischen Landwirtschaft und Ernährungsweise beizutragen.

Die Ökologische Landwirtschaft ist nicht nur eine spezifische Form der Lebensmittelproduktion und damit verbundenen Ernährungsweise. Ihr systemischer ganzheitlicher Ansatz in der Praxis führt zu weiterführenden Überlegungen in der Ausrichtung, theoretischen und methodischen Fundierung und Umsetzung der Wissenschaften und Lehre zur Ökologischen Landwirtschaft. In Forschung und Lehre wird versucht, weitgehend den Systemcharakter der ökologischen Landwirtschaft zu berücksichtigen. Forschungsfragen werden im Systemzusammenhang entwickelt. Ergebnisse disziplinärer oder interdisziplinärer Natur werden in ihren Auswirkungen auf das Gesamtsystem Ökologische Landwirtschaft hin bewertet.

Interdisziplinarität meint, dass ForscherInnen eine übergeordnete Forschungsfrage unter Berücksichtigung der Schnittstellen zwischen den Einzeldisziplinen gemeinsam bearbeiten. Transdisziplinarität wird so verstanden, dass Forschungsfragen aus einem gemeinsamen Diskurs mit AkteurInnen entwickelt, Prozessschritte der Forschung diskutiert und Ergebnisse gemeinsam bewertet werden. Download: Forschungsmethodik im Ökologischen Landbau.

Die IFOAM Prinzipien der Biologischen Landwirtschaft stellen eine Orientierung gebende Rahmenkonzeption für die Forschung dar. Im Zentrum dieser Landbaumethode steht das Prinzip des weitgehend geschlossenen Betriebskreislaufes, der vom Grundgedanken her auch für regionale Kreisläufe (d.h. unter Bedachtnahme insbesondere der vor- und nachgelagerten Sektoren der landwirtschaftlichen Produktion) gilt. Die gleichzeitige Beachtung von Umweltwirkungen, sozialen sowie ökonomischen Wirkungen auf der Mikro- und Makroebene, gehören zum Selbstverständnis der Praxis der Biologischen Landwirtschaft.

Die Ausrichtung der Forschung am Institut ist eng mit der Idee der Humanökologie verbunden, welche die Beziehungen zwischen Mensch und Natur bzw. Gesellschaft und Umwelt hervorhebt. Die humanökologische Perspektive und der holistische Ansatz der Biologischen Landwirtschaft erfordern den Einsatz naturwissenschaftlicher, sozio-kultureller und sozioökonomischen Methoden und Theorien. Naheliegend ist, dass disziplinäre Grenzen im Forschungsprozess immer wieder überschritten werden (müssen) und institutsübergreifende Zusammenarbeit angestrebt wird.

Das Konzept in der Lehre zur Ökologischen Landwirtschaft orientiert sich an einem spezifischen Zugang – systemorientiert und interdisziplinär. Neben rein inhaltlichen Themen über die praktische Umsetzung der Ökologischen Wirtschaftsweise, werden auch wissenschaftsmethodische, -theoretische, philosophische und ethische Fragestellungen in den Lehrangeboten behandelt.